Bollyfood

  1020 Wien, Praterstraße 36, Eingang Czerningasse 1
  +43 1 212 24 31
  So-Fr 11-22, Sa geschlossen.

Kaum zu fassen, dass ich hunderte Male an diesem Lokal vorbeigeradelt bin, ohne es zu bemerken. Das liegt daran, dass die Adresse zwar offiziell Praterstraße 36 ist, der Eingang aber relativ versteckt ums Eck in der Czerningasse liegt. Die Eigendefinition ist "Indian Bistro", in natura sieht das dann so aus, dass es eine Theke gibt, an der man bestellt und hinter der dann gekocht wird, und drei kleine Tische, an denen man das Gekochte essen kann, wenn man nicht, wie die Mehrzahl der Kunden, das Essen einfach mitnimmt und zu Hause isst. Ein klassischer Takeaway also. Und ein grundsympathischer.

Am Ambiente des Lokals liegt das eher nicht, denn das ist schon sehr funktional, so gesehen ist es doch mehr Imbiss als Bistro. Aber irgendwie ist es hier freundlich-locker kommunikativ, denn während die Kundschaft kommt, geht oder aufs Essen wartet, sprechen die beiden Lokalinhaber miteinander und/oder mit den Kunden, oder auch die Kunden miteinander, und alles wirkt irgendwie sehr ungezwungen. Ein bisschen wie am Würstelstand, nur auf höherem Niveau und mit besserem (und vermutlich auch gesünderem) Essen. Auch wenn sich hier niemand sehr lange aufhalten wird, kommt es doch als freundlicher Ort rüber.

Das Essen: Ist logischerweise auf rasche Zubereitung optimiert, aber das ist normal für indische Restaurantküche. Für Fleischcurries wählt man eine von drei Saucen (Südindisch, Makhani, Masala) und eine von drei Fleischsorten (Huhn, Rind, Lamm, Fisch) und sagt dazu, ob mild oder scharf, wobei der Unterschied nur in zusätzlichen grünen Chilis besteht, was Schärfefanatiker zwar nicht sehr glücklich machen wird, den Geschmack der Sauce aber immerhin nicht verfremdet wie z.B. Chilipulver. Bis jetzt habe ich nur die Masala-Sauce getestet, und die war sehr gut - dezent gewürzt mit einer guten Note von Ingwer und grünem Koriander, kein Gewürzmonster, aber auch nicht dünn, stellt nicht wenige indische Restaurants in Wien locker in den Schatten.

Vegetarisch gibt es fünf Gerichte zur Auswahl, alle mit eigenen Saucen, habe ich noch nicht getestet. Die Samosas waren frisch frittiert, knusprig, und interessant gewürzt (nur die Rosinen hätte ich nicht gebraucht, haben aber nicht gestört) und zählen auch zu den besseren in Wien.

Das Ganze kann man wie gesagt entweder vor Ort essen oder mitnehmen, wobei man da zwischen der "Bolly Box" (Hauptgericht und Reis in einem Mitnehmkarton) oder der normalen Portion (am Teller oder im Mitnehmbehälter) wählen kann.

Preislich darf die Konkurrenz erzittern, denn billiger gehts nur, wenn man selber kocht. Vorspeisen ab € 2,50; "Bolly Box" inklusive Reis ab € 4; Normalportion ohne Beilage vegetarisch ab € 5, mit Fleisch ab € 6.

Essen:
gut
Bedienung:
sehr gut
Ambiente:
keine Bewertung
Preis / Leistung:
sehr gut
Schärfegrad eines "sehr scharf" bestellten Hauptgerichts: ein wenig scharf (ein wenig scharf)
Gesamteindruck: gut (gut)

Artikel basiert auf 1 Besuchen, zuletzt im Mai 2014.

Wichtiger Hinweis: Die Bewertungen geben nur meine persönliche Meinung und meinen persönlichen Geschmack wieder.
Alle Angaben, besonders Preise und Öffnungszeiten, galten zum Zeitpunkt meines letzten Besuches und sind ohne Gewähr!