Heilige Kuh

  1090 Wien, Lichtentalergasse 20
  +43 1 924 40 58
  Mo-Sa 11-15 und 18-23 Uhr. So geschlossen.

Etwas versteckt im Lichtental liegt dieses nette, freundliche Restaurant, das einmal die allerbesten Curries Wiens servierte, mittlerweile aber leider seinen Zenit überschritten haben dürfte. Die Heilige Kuh startete seinerzeit mit einem ganz hervorragenden Koch, der ziemlich einzigartige, fantastische Gerichte zauberte; entweder ist der inzwischen abgeworben worden oder er hat mittlerweile einiges an Enthusiasmus eingebüßt. Man isst hier immer noch ganz gut, aber die kulinarischen Wunderdinge, an die ich mich noch gut erinnern kann, habe ich zuletzt hier nicht mehr bekommen.

Die Hauptspeisen sind nach wie vor solide gewürzt, aber haben einiges an Geschmacksnuancen eingebüßt und lassen den Kick des unerwarteten Geschmacks vermissen, den sie früher hatten; alles schmeckt jetzt ein wenig geradliniger, auch nicht mehr ganz so rund, und stellenweise etwas leer.

Die Paneer Pakora sind fein, könnten aber etwas geschmacksintensiver sein. Die Samosas sind frisch frittiert, geschmacklich gut, wenn auch ein wenig zurückhaltend, dafür kommen sie auf einem interessant (mit Kardamom) marinierten Salatbett. Etwas ärgerlich, dass bei meinem letzten Besuch eines der Samosas zu kurz in der Friteuse war und innen noch nicht ganz aufgetaut war. So etwas ist früher nie passiert.

In einer Hinsicht ist dieses Restaurant aber eine deutliche Ausnahme: während die mild bestellten Gerichte tatsächlich mild sind, kommt "sehr scharf" bestellt ganz extrem scharf und bringt sogar mich an die Grenze dessen, was ich gerade noch essen kann; das dürften hier definitiv mit Abstand die schärfsten Curries in Wien sein, nur das inzwischen geschlossene Sreeja spielte in einer ähnlichen Kategorie. Ein unangenehmer Nebeneffekt des etwas zu freizügigen Umgangs mit dem Chilipulver ist, dass man selbiges leider auch deutlich aus der Sauce rausschmeckt, was bei manchen Gerichten ganz gut passt (etwa beim Chicken Tikka Masala), bei anderen aber leider nicht so.

Wenn der Chef selbst bedient, läuft alles professionell und souverän ab. Ist der Chef aber mal nicht da, dann läuft es leider nicht so rund: zuletzt war ich mit vergessenen Bestellungen, fehlendem Besteck am Tisch und milden statt scharf bestellten Speisen konfrontiert, was den ehemals recht guten Eindruck dann leider etwas getrübt hat.

Die Kosten für das Gedeck sind etwas höher angesetzt als anderswo, aber dafür bekommt man was geboten: Stoffservietten, ein eigenes (kleineres) Vorspeisenbesteck, Poppadoms mit 3 Chutneys, ein Amuse-Gueule und einen Digestif.

Vorspeisen ab € 4,30, Hauptspeisen ohne Beilage vegetarisch ab € 7,20, mit Fleisch ab € 8,80.
Gedeck € 1,20.

Essen:
okay
Bedienung:
okay
Ambiente:
gut
Preis / Leistung:
okay
Schärfegrad eines "sehr scharf" bestellten Hauptgerichts: schmerzhaft (schmerzhaft)
Gesamteindruck: okay (okay)

Artikel basiert auf mehr als 10 Besuchen, zuletzt im Oktober 2014.

Wichtiger Hinweis: Die Bewertungen geben nur meine persönliche Meinung und meinen persönlichen Geschmack wieder.
Alle Angaben, besonders Preise und Öffnungszeiten, galten zum Zeitpunkt meines letzten Besuches und sind ohne Gewähr!