Wiener Deewan

  1090 Wien, Liechtensteinstraße 10
  +43 1 925 11 85
  Mo-Sa 10-23 Uhr. So geschlossen

Wer in diesem Lokal den namensgebenden Diwan sucht, muss bis ins 2. Kellergeschoß des etwas verschachtelten und erstaunlich großen Lokals vordringen, um eine Sofa-ähnliche Sitzgelegenheit zu finden; oder man fragt einfach nach Herrn oder Frau Deewan, die das Lokal gegründet und nach sich selbst benannt haben.

Kernpunkt des Lokalkonzepts, das mittlerweile auch schon fast wieder 10 Jahre besteht (und zwar sehr erfolgreich) ist die Preispolitik, nämlich "eat as much as you can, pay as much as you like." Es gibt ein Selbstbedienungsbuffet mit 3 vegetarischen und 2 Fleischgerichten mit freier Preiswahl, nur Getränke haben einen Fixpreis, aber Wasserkaraffen und Gläser stehen auf jedem Tisch.

Das Essen, das hier im Akkord (kann man gut beobachten, wenn man am Tisch neben der Küche sitzt) für eine fast ausschließlich studentische Kundschaft gekocht wird, ist halt, was auch dem großen Andrang geschuldet ist, vor allem auf Menge gekocht, und um Studenten mit Nährstoffen zu versorgen. In dieser Hinsicht, würde ich mal sagen, ist es deutlich gesünder, besser und billiger als alles, was in den Mensen und Studentenlokalen rundherum angeboten wird.

Ob wohl es nicht schlecht ist, unter "Gourmetküche" fällt es auch nicht; schon kurz nach der Eröffnung war ich nicht ganz mit dem Restaurantkritiker Florian Holzer einer Meinung, der damals schrieb, dass das Lammcurry "abartig gut" und "das beste Wiens" sei (das gab es damals im mittlerweile geschlossenen "I Love Pizza"). Zart ist das Lammfleisch immer noch, aber die Saucen halten sich insgesamt geschmacklich und gewürzmäßig etwas zu sehr im Hintergrund; insofern schmeckt das Kürbiscurry sehr fruchtig nach Kürbis, das Lamm in Spinat sehr gut nach Lamm, das Aloo Gobi sehr fein nach Karfiol, das Hühnercurry sehr nach Huhn - schon okay, aber die Sauce liefert leider in keinem Fall sehr viele zusätzliche Geschmackskomponenten; das Dal leidet dann mitunter auch ein wenig darunter, dass Linsen keinen sehr intensiven Eigengeschmack haben. Scharfes Essen sucht man hier vergeblich. Und ich will das nicht auf die Tatsache schieben, dass hier pakistanisch und nicht indisch gekocht wird, denn im ebenso pakistanischen (und inzwischen nicht mehr existenten) Wiener Village hat man eine Zeit lang ähnliche, aber doch spannender gewürzte Speisen bekommen.

Das Lokal sieht aus wie ein typisches Studentenlokal, basic, etwas verwinkelt, nicht unfreundlich, kitschfrei, ein bisschen schräg, aber auf eigene Art nicht ungemütlich. Sehr okay, aber für romantische Dinners nur sehr beschränkt geeignet.

Essen:
okay
Bedienung:
Selbstbedienung
Ambiente:
okay
Preis / Leistung:
hervorragend
Gesamteindruck: gut (gut)

Artikel basiert auf mehr als 10 Besuchen, zuletzt im September 2014.

Wichtiger Hinweis: Die Bewertungen geben nur meine persönliche Meinung und meinen persönlichen Geschmack wieder.
Alle Angaben, besonders Preise und Öffnungszeiten, galten zum Zeitpunkt meines letzten Besuches und sind ohne Gewähr!