Allgemeines

Nachdem das erste indische Restaurant 1970 im 1. Bezirk aufgesperrt hatte, eröffneten in den 1980/90er Jahren relativ viele indische Restaurants im 7. Bezirk, und von hier breitete sich in weiterer Folge die "Indisierung" der Wiener Lokalszene aus. Daraus ist auch zu erklären, warum in den unmittelbar nahegelegenen Bezirken Mariahilf, Josefstadt und Alsergrund ebenso eine größere Zahl indischer Restaurants zu finden ist, während große Teile Wiens mit indischer Küche nur relativ dünn erschlossen sind.

Seit den 1990er Jahren hat eine Vielzahl von indischen Restaurants in Wien eröffnet, was die Auswahl deutlich größer gemacht hat. Leider kam es dabei zum Teil auch zu einer Anpassung an den österreichischen Geschmack in einem Ausmaß, dass in manchen Restaurants der Unterschied zwischen einem Curry und einem Gulasch mitunter kaum zu schmecken ist. Hat man, wie ich, in Großbritannien angefangen, Curry-Gerichte zu essen, so sind diese "österreichischen Curries" durch ihren Mangel an Gewürzen (und auch Schärfe) äußerst unbefriedigend. Restaurantbesucher, die bei der Bestellung immer wieder fragen "ist es eh nicht scharf?" sind daran nicht unschuldig.

Auffällig ist, dass indisches Essen in Wien nach wie vor nicht "hip" ist; dementsprechend gibt es im Gegensatz zu anderen ethnischen Küchen nur wenige indische Restaurants, die man als "schick", "modern" oder "jung" bezeichnen könnte. Hochpreisige Restaurants setzen nach wie vor auf traditionellen Kolonialstil, während billigere mitunter den Eindruck des "Schmuddelinders" erwecken. Über den Geschmack des gebotenen Essens sagt das Ambiente allerdings oft erstaunlich wenig aus.

Und der beste Inder Wiens?

Den gibt es nicht. Die Geschmäcker der Kunden sind derart verschieden, dass es kein indisches Restaurant geben würde, bei dem sich alle einig sind. Wenn Sie Rezensionen auf anderen Restaurantseiten lesen, findet sich für eine Rezension mit überschwänglichem Lob eine weitere mit einem Totalverriss. In diesem Sinn gibt es auf dem Inder-Finder zwar die Kategorie "Neu und gut", in der ich Neueröffnungen hervorhebe, wo es mir geschmeckt hat, aber keine Bestenliste.

Restaurants, die es schon ewig gibt

Bombay, Demi-Tass, Jaipur Palace, Koh-i-noor, Shalimar, Zum Inder, Zum Moghulhof

Junge, etwas hippere Lokale:

Indus, Nam Nam, Sindh, Taste of India, Tulsi

Neueröffnungen des letzten Jahres

Ceylon Curry, DS Arjuna, Khana, Saffron Lounge, Panarea, Daily Imbiss, Curry Leaves, Bio Welt, Curry n Masala, Rasoi, Rani (neu), Prosi Indian Restaurant

Geschlossene Klassiker, die wir nicht vergessen

I Love Pizza, Indian Foodland, Khajuraho Palace, Maharadscha, Rani (alt), Taj Mahal

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